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Infotext zum Thema Steinzeit

Pfeil und Bogen in der Steinzeit

Vor ca. 20.000 Jahren, die genaue Zeitspanne ist nicht bekannt, erschien
der Bogen und wurde Bestandteil unserer Geschichte.
Die Auswirkungen dieser Entdeckung auf die Entwicklung des Menschen können mit den Auswirkungen
der Erfindung von Dampfmaschine, Kraftfahrzeug, Flugzeug und Computertechnologie verglichen werden.

Vor 20.000 Jahren zogen die Menschen in kleinen Gruppen bzw. Clans durch die Wildnis Europas. Die Wege die sie gingen, wurden
von den Tierherden, denen sie folgten, bestimmt.

Die Entdeckung von Pfeil und Bogen als Entfernungswaffe, mit der auf 30m und mehr treffsicher ein Tier erlegt werden konnte und mit der es möglich war, eine große Anzahl an „Projektilen“ mit sich zu führen, erhöhte die Effizienz und somit den Jagderfolg in enormen Umfang.

Die Versorgungssicherheit an Nahrungsmitteln, Werkzeugen und einer Vielzahl von Gebrauchsgegenständen, die aus Knochen, Fellen, Häuten, Hörnern, Hufen und Sehnen der Tiere hergestellt wurden verbesserte sich erheblich.

Durch die große Schussentfernung reduzierte sich die Verletzungsgefahr der Jäger. In einer Clanstruktur, mit meist wenig Mitgliedern, war dies ein weiterer wichtiger Faktor für das Überleben des ganzen Clans und somit ein weiterer wichtiger Punkt für die zukünftige Entwicklung der Menschen und unserer Kultur.

Weniger Menschen erlitten Verletzungen, somit mussten weniger Menschen mit bleibenden Schäden,  vom Clan mitversorgt werden, weniger tödliche Unfälle von Jägern, die dem Clan als Erfolgsgarantie fehlten, verbesserte Nahrungsversorgung, kürzere Jagdzeiten um nur einige Faktoren zu nennen, führten zu mehr Zeitreserven und geistigen Spielräumen, in dem sich der Überlebensdruck reduzierte. Dies ist einer der Grundsteine, die die kulturelle und technische Entwicklung des Menschen in den nachfolgenden Zeitepochen ermöglichte.

Ohne Pfeil und Bogen wären wir heute nicht das, was wir sind. ich spekuliere,
wir wären technisch und kulturell bei weitem nicht so weit, wie wir es heute sind.

Der Holmegaard-Bogen - historisches Original

Informationen zum historischen Original

Fundort Dänemark, Insel Seeland, Holmegaard Moor Es handelt sich hierbei um zwei Fundstücke. Ein Fundstück als Fragment ca. zur Hälfte erhalten, das andere war vollständig erhalten. Bisher der älteste vollständig erhaltene Bogenfund.

Epoche Mesolithikum

Alter ca. 6.000 v. Chr.

Bogentyp Flachbogen

Material Ulme

Länge vollständig erhaltenes Fundstück = 154 cm, Fragment geschätzt ca. 184 cm

sonst. Daten und Besonderheiten weitere Bogen aus Eibe, Ulme und Esche wurden an weiteren Standorten in Dänemark und Norddeutschland gefunden. Die jüngsten Typ Holmegaard-Funde sind ca. 4.000 Jahre alt.


Das charakteristische Merkmal der „Holmegaard-Bogen“ sind ihre spitz zulaufenden Wurfarmenden. Dies zeigt, dass die Menschen bereits im Mesolithikum ein hohes bogenbau-technisches Wissen besaßen und nicht so primitiv anzusehen sind, wie es vom heutigen Menschen angenommen wird.
Wurfarme mit hohem Gewicht besitzen eine hohe Masseträgheit und verbrauchen viel Energie für ihre Beschleunigung und Bewegung. Die Holmegaard-Bogen sind an den Wurfarmenden, genau dort, wo es die höchste Wirkung erzielt, in ihrer Masse reduziert. Die hier eingesparte Bewegungsenergie wird an den Pfeil weitergegeben, dieser erhält einen höhere Beschleunigung und verbesserte Ballistik.
Eine Gewichtsreduzierung durch schmälere Wurfarme, hätte bei Ulme- und Eschebogen die Bruchgefahr der Bogen erhöht. Funde jüngeren Datums zeigen, dass die Eibebogen 1-1,5 cm schmalere Wurfarme besitzen, auch das Wissen über die spezifischen Eigenschaften der Hölzer war demnach vorhanden.

Holmegaard Bogen aus Ulme - Nachbau, s. Abbildung
Material

Länge

Ausziehgewicht

sonst. Daten und Besonderheiten
Ulme (7 Jahre gelagert)

154 cm (60,6 Inch)

24 kg (53 Ibs) bei 69 cm (27 Inch) Auszug

Der Bogen ist in seinen Abmessungen fast mit dem vollständig erhaltenen Fundstück vergleichbar. Der Bogenrücken (Vorderseite des Bogens) ist flacher als beim Original, da der Stave (Stück Spaltholz) aus einem Baumstamm mit größerem Durchmesser (ca. 60 cm) entnommen wurde. Die Kräfteverteilung ist im Querschnitt der Wurfarme gleichmäßiger.

Holmegaard Bogen aus Esche - Nachbau, s. Abbildung
Material

Länge

Ausziehgewicht

sonst. Daten und Besonderheiten
Esche

172 cm (67,7 Inch)

19,5 kg (43 Ibs) bei 71 cm (28 Inch) Auszug

Der Bogen  orientiert sich an den längeren Holmegaard-Bogen und besitzt wie die Originale den stark gewölbten Bogenrücken (Vorderseite des Bogens). Die Dekoration entspringt der Kreativität des Bogenbauers und ist an historischen Originalen nicht nachweisbar.


Der Bodman-Bogen
- historisches Original

Informationen zum historischen Original

Fundort Deutschland, Seeufersiedlung bei Bodman (Bodensee)

Epoche Neolithikum

Alter undatiert auf Grund unsystematischer Ausgrabungen.
Geschätzt 4.000 v. Chr. evtl. bis 3.000 v. Chr.
Bogentyp Propellerbogen, gehört in den Typenbereich der Flachbogen

Material Eibe

Länge 149,5 cm

sonst. Daten und Besonderheiten Ein gelungener Bogentyp, der durch seine Formen ein harmonisches Design besitzt und Eleganz ausstrahlt.


Dieser Bogen ist für europäische Bogen sehr kurz, somit leichter und handhabungsfreundlicher.
Die Wurfarme werden auf Grund der kurzen Länge stark auf Zug und Druck belastet, zur Entlastung biegt sich der Bogen leicht im Griffbereich. Die Wurfarmenden sind wie bei den Holmegaards schmal und dünn auslaufend, was eine Gewichtsreduzierung der Wurfarme sicherstellt.
Um Zug- als auch Druckspannungen im Querschnitt besser zu verteilen, verbreitern sich die Wurfarme im Hauptbiegebereich. Zur Mitte des Bogens (Griff) werden die Wurfarme schmäler, hierfür aber dicker, was sicherstellt, dass am entferntesten Punkt des Hebelarmes „Wurfarm“, an dem sehr hohe Kräfte auftreten, auch eine hohe Energiespeicherung sichergestellt wird, die die Wurfkraft des Bogens unterstützt ferner ein ergonomisches Halten im Griffbereich möglich macht.


Bodman Bogen aus Eberesche - Nachbau, s. Abbildung
Material

Länge

Ausziehgewicht

sonst. Daten und Besonderheiten

Eberesche (Vogelbeere)

151 cm (59,4 Inch)

22 kg (49 Ibs) bei 71 cm (28 Inch) Auszug

Eberesche sowie auch Esche sind zugkräftige Hölzer, jedoch am Bogenbauch (Rückseite des Bogens) weniger druckfest als das dunkle Kernholz der Eibe. Solange der Bogenbauch flach ist, und nicht abgerundet, können auch mit diesen Holzarten relativ schmale Bogen gebaut werden.
Um die Sicherheit bezüglich eines möglichen Bruches zu verbessern, wurde dieser Eberesche-Bogen ca. 3-4 mm breiter und 1,5 cm länger angefertigt. Die Wurfleistung ist mit einem Eibebogen (wie historisches Original) vergleichbar.


Thayngen Weier Bogen
- historisches Original

Informationen zum historischen Original

Fundort Schweiz, Thayngen Weier

Epoche Neolithikum (Pfyner-Kultur)

Alter 3822 - 3584 v. Chr.

Bogentyp Stabbogen

Material Eibe

Länge 170,5 cm

sonst. Daten und Besonderheiten Neben dem Propeller-Bogen war der Stabbogen in der Jungsteinzeit weit verbreitet, vermutlich waren dies die häufigsten Bogentypen dieser Epoche. Die Leistungseffizienz beider Bogenarten ist vergleichbar, wobei der Propellerbogen eventuell etwas besser abschneidet. Der Grund für das häufige Auftreten des Stabbogens liegt vermutlich darin, dass er in der Herstellung einen etwas geringeren Zeitaufwand erfordert.

Der Stabbogen kann vermutlich als Vorfahre des germanischen und mittelalterlichen Langbogens betrachtet werden. Der Hauptunterschied der zwei Bogentypen liegt in der Querschnittsgeometrie, somit in der Leistungseffizienz.

Der Bogenrücken (Vorderseite des Bogens) des Stabbogens ist auf Grund der kleinen Stammdurchmesser, die für die Herstellung verwendet wurden, stark gewölbt (kleiner Radius), der Bogenbauch (Rückseite des Bogens) ist flach, was den Tillerprozess vereinfacht. Mittelalterliche Langbogen besitzen umgekehrt flache Bogenrücken und mehr oder weniger stark abgerundete Bogenbäuche.


Thayngen Weier Bogen aus Eberesche - Nachbau, s. Abbildung

Material

Länge

Ausziehgewicht
Eberesche (Vogelbeere)

170 cm (66,9 Inch)

24,9 kg (55 Ibs) bei 71 cm (28 Inch) Auszug


Meare Heath Bogen - historisches Original

Informationen zum historischen Original

Fundort England, Meare Heath

Epoche Neolithikum

Alter ca. 2800 bis 2600 v. Chr.

Bogentyp Flachbogen

Material Ulme, Wurfarmwicklung vermutlich Rohleder und/oder Tiersehnen

Länge ca. 188 cm

sonst. Daten und Besonderheiten Bei einer Länge von 188 cm besitzt der Bogen Wurfarme, die an der breitesten Stelle 6,7 cm breit sind.
Mit dieser Größe, seiner Bauart und seinen Wurfarmumwicklungen hebt sich dieser Bogen weit von der Mehrheit der in der Jungsteinzeit gebräuchlichen Bogen ab. Er ist für die damalige Zeit sowie bis heute ein herausstechendes Unikat. Aus Sicht eines Bogenbauers kann dieser Bogen trotz seiner Ausstrahlung nicht als bogenbautechnische Meisterleistung betrachtet werden, er ist weit überdemensioniert. Die sehr schweren Wurfarme verbrauchen sehr viel Energie, was die Wurfleistung erheblich reduziert. Um eine befriedigende Wurfleistung zu erreichen, muss der Bogen vermutlich auf ein hohes Ausziehgewicht konzipiert gewesen sein. Der Griffbereich war bei dieser Größe unterdimensioniert, was vermutlich zu Kompressionsrissen und am Ende zum Brechen geführt hat. Das Fundstück ist im Griffbereich gebrochen, nach den Abbildungen zu urteilen, handelt es sich tatsächlich um einen Kompressionsriss. Der Jahrring war an mehreren Stellen durchschnitten worden, kleine Schnittkerben zeigen sich im Bereich der Riemenwicklung, dies geschah vermutlich beim Zuschneiden der Riemen. Weshalb der Bogen in dieser Bauweise angefertigt wurde, bleibt im Dunkeln der Geschichte verborgen und gibt viel Raum für Spekulationen.

Zwei mögliche Ursachen für die Anfertigung des Bogens in der beschriebenen Bauweise:

1.Alternative
Geht man von der Faustregel aus, dass ein traditioneller Flach- oder Stabbogen in der Länge auf ca. Augenhöhe oder Körpergröße gebaut werden soll, dann wird der Meare Heath-Bogen-Bauer ein recht großer Mann von ca. 1,80-1,90 m Körpergröße gewesen sein. Diese Faustregel wird weitgehenst durch Skelettfunde im Vergleich zu den gängigen Bogenlängen bestätigt (keine Regel jedoch ohne Ausnahme, da auch sehr viele kürzere Bogen gefunden wurden). Im Abgleich zu seiner Körpergröße wird dieser Mann auch eine entsprechend große Kraft besessen haben, was natürlich einen Bogen mit hohem Ausziehgewicht möglich macht (vermutlich 70, 80 oder mehr Ibs – 1 kg = 2,21 Ibs).

Die weiteren Indizien, wie der durchschnittene Jahrring des Bogenrückens, die Schnittkerben im Bogenrücken als auch die Wurfarmumwicklung, welche vermutlich auf Grund des durchschnittenen Jahrringes, den Bogen vor dem Bruch bzw. dem Splittern schützen sollte als auch die Überdimensionierung des Bogens und Unterdimensionierung des Griffbereiches, sprechen für einen jungen, unerfahrenen, großen und kräftigen Mann, der vermutlich wenig Erfahrung oder auch wenig handwerkliches Geschick im Bogenbau besessen hat (ich denke auch in der Steinzeit könnte so etwas möglich gewesen sein).

Bei einer Länge von 188 cm hätte der Bogen auch mit schmäleren, spitz zulaufenden Wurfarmenden sowie ohne Wurfarmumwicklung gehalten, er wäre nicht gebrochen. Die Wurfleistung wäre erheblich effizienter gewesen.  Das Wissen war zur damaligen Zeit vorhanden, der Holmegaard-, die Stab- und Propellerbogen als auch der Ascott-Heath-Bogen, der in der Nähe des Meare Heath gefunden wurde, beweisen dies.

2. Alternative
Diese Alternative bezieht die Möglichkeit in Betracht, dass es sich im Gegensatz zur 1. Alternative um einen großen, kräftigen und erfahrenen Jäger bzw. Krieger handelte.
Der zugunsten einer Art „psychologischen Kriegsführung“ auf Spitzeneffizienz verzichtete. Stellen Sie sich vor, in einer Entfernung von evtl. 15-30 m steht ein 1,90 m großer Mann vor Ihnen und legt einen solchen Bogen auf Sie an .Einen Bogen, dessen Größe eine sehr große Kraft assoziiert, die durch die Wurfarmwicklung in der Ausstrahlung seiner Gefährlichkeit noch unterstützt wird. Es ist nachvollziehbar, was mit einem solchen Bogen bewirkt werden sollte. Ein verunsicherter Gegner ist leichter zu schlagen, die eigenen Überlebenschancen vergrößerten sich.
Einem erfahrenen Bogenbauer ist bewusst, dass bei einem Bogen in dieser Überdimensionierung, durchschnittene Jahrringe und Kerben im Bogenrücken, nicht zum Bruch des Bogens führen, somit kann man schneller und gröber sowie in kürzerer Zeit den Bogen fertig stellen. Nur die Griffdimensionierung hat er etwas unterschätzt, was zum Bruch geführt hat, dies kann passieren. Pech jedoch, wenn dies in einem  entscheidenden Moment geschehen ist!
Ein Pfeil von einem Bogen, wie dem bisher beschriebenen Meare Heath-Bogen abgeschossen, ist trotz schlechteren Leistungsgrades, in der Lage einen Rehkörper und somit auch einen menschlichen Körper mit Leichtigkeit zu durchschlagen.


Meare Heath Bogen aus Bergahorn - Nachbau, s. Abbildung

Material

Länge

Ausziehgewicht


Bergahorn, Wurfarmumwicklung Rohleder

185 cm (72,8 Inch)

27,1 kg (60 Ibs) bei 71 cm (28 Inch) Auszug
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